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März 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Health Care in Crosshairs of Democratic Presidential Race

Weitreichende Veränderungen sind wahrscheinlich, eine grundlegende Überarbeitung indes nicht

Dem Gesundheitssektor könnten nach dem nächsten Wahlzyklus bedeutende Änderungen ins Haus stehen. Vor allem dann, wenn ein Kandidat der Demokraten die Wahl für sich entscheiden sollte.

Mehrere Branchen innerhalb des Gesundheitssektors sehen sich Druck seitens des Gesetzgebers oder der Regulierer ausgesetzt. Unklar ist aber, welche Branchen genau eine demokratisch geführte Regierung als vorrangige Ziele für Reformen ins Visier nehmen würde. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass die nächste Regierung, gleich welcher Partei, versuchen wird, die Gesamtkosten für die Gesundheit zu senken.

Dass eine demokratische Regierung das bestehende Gesundheitssystem grundlegend überarbeitet und auf ein Einzelzahlermodell umstellt, halten wir für unwahrscheinlich. Da sich die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat vermutlich nicht allzu sehr verändern werden, würden radikale Reformvorschläge an mangelnder politischer Unterstützung scheitern. Wir würden vielmehr erwarten, dass ein demokratischer Präsident sein Hauptaugenmerk darauf legt, den Teil der Gesundheitsausgaben zu senken, den die Amerikaner regelmäßig aus eigener Tasche zahlen müssen. Die Arzneimittelpreise werden dann in den Fokus rücken. Die beiden führenden Kandidaten der Demokraten – der ehemalige Vizepräsident Joe Biden und Senator Bernie Sanders – setzen sich bei Medikamenten zur Behandlung chronischer Krankheiten wie Diabetes und HIV/AIDS für Preisobergrenzen ein.

Im Falle einer Wiederwahl von Präsident Trump würden wir erwarten, dass die Bundesregierung in der einen oder anderen Form Transparenz- und Preisvorschriften für die Arzneimittelhersteller einführen wird. Der US-Präsident favorisiert – wie Biden – einen Plan, der die Arzneimittelpreise in den USA stärker an einen internationalen Preisindex angleichen will.

Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass die nächste Regierung, gleich welcher Partei, versuchen wird, die Gesamtkosten für die Gesundheit zu senken.

„Medicare for All“ unwahrscheinlich

Sanders‘ Plan, ein „Medicare for All“ einzuführen, würde das Ende für private Krankenversicherungen sowie die Schaffung eines Einzelzahlersystems bedeuten, das jedem Amerikaner einen von staatlicher Seite gewährten Krankenversicherungsschutz garantieren würde. Bei Umsetzung des Plans würde es keine Netzwerke, Aufschläge, Abzüge, Zuzahlungen und keine überraschenden Rechnungen mehr geben. Bei Preisverhandlungen mit Arzneimittelherstellern, Krankenhäusern und Ärzten würde der Staat über eine deutlich verbesserte Verhandlungsposition verfügen.

Da dieser Plan massive wirtschaftliche Umwälzungen zur Folge haben würde, wäre eine gewaltige politische Unterstützung notwendig, um dieses „Medicare for All“ zu verabschieden – und ein Übergangsplan, um die dann auftretende friktionelle Arbeitslosigkeit zu stabilisieren. Da Joe Biden bei den Vorwahlen der Demokraten zuletzt sehr gut abgeschnitten hat und es im US-Kongress an politischem Willen dazu mangelt, halten wir so bedeutende Veränderungen für ausgeschlossen. In vielen Gegenden zählen Krankenhäuser und Kliniken zu den größten Arbeitgebern und die Pharmalobby ist eine der einflussreichsten Interessenvertretungen in der US-Hauptstadt. Wir glauben, dass die Abgeordneten kaum bereit sein werden, Reformen vorzuschlagen, die ihre Chancen auf eine Wiederwahl schmälern könnten.

Dass „Medicare for All“ in der nächsten Legislaturperiode kommt, ist unwahrscheinlich. Es ist aber zu erwarten, dass die Bundesregierung, von welcher Partei sie auch gestellt wird, versuchen wird, einige ihrer Ziele mittels regulatorischer Maßnahmen zu erreichen – etwa durch die Stärkung ihrer Verhandlungsposition gegenüber Arzneimittelherstellern, einen breiteren Zugang zu einem erweiterten Medicare und mehr Preiswettbewerb durch Generika.

Zahlreiche demokratische Senatoren aus dem gesamten ideologischen Spektrum investieren viel, um eine solche staatliche Versicherung, die sog. „Public Option“, über die Ziellinie zu bugsieren.

Wahrscheinlicher: Erweiterung des ACA. Staatliche Versicherung möglich, aber schwierig

Es ist zu erwarten, dass ein demokratischer Präsident den Affordable Care Act (ACA) auf regulatorischer Ebene stärken und nach Wegen suchen würde, den Zugang zu Medicare zu erweitern, damit mehr bislang Unversicherte und Hochrisikopatienten Krankenversicherungsschutz erhalten können. Möglich wären auch Pläne wie Bidens Vorschlag einer „Public Option“, bei der die Bundesregierung eine allgemein zugängliche staatliche Versicherung bieten und direkt mit anderen Managed-Care-Unternehmen in Konkurrenz treten würde. Zahlreiche demokratische Senatoren aus dem gesamten ideologischen Spektrum investieren viel, um eine solche staatliche Versicherung, die sog. „Public Option“, über die Ziellinie zu bugsieren. Doch Reformen des Gesundheitswesens sind bekanntermaßen heikel. Der Gesetzentwurf müsste in dem zunehmend von einer Partei beherrschten US-Kongress die Unterstützung beider Parteien erhalten.

Die Auswirkungen des Coronavirus

Die zunehmende Ausbreitung der Covid-19-Krankheit könnte sich auch auf das politische Klima auswirken. Den Wählern wird ganz deutlich vor Augen geführt, ob und wie gut sie Zugang zu medizinischer Versorgung haben und ob und wie gut Behandlungen verfügbar sind. Das neuartige Coronavirus bietet der Öffentlichkeit eine weitere gute Gelegenheit zu beurteilen, wie gut das Gesundheitssystem des Landes für eine Krise gerüstet ist. Viele Wähler dürften zu dem Schluss kommen, dass der Status quo unbefriedigend ist.

Der Ausbruch stärkt zudem die Entschlossenheit der Politik, Gesetze zu verabschieden – oder wenigstens weitreichende Veränderungen zu erwägen –, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber dürften Covid-19 als ein weiteres Argument anführen, dass ein robusteres Gesundheitssystem dringend notwendig ist, eines, in dem der Staat eine bedeutendere Rolle beim Management der Gesundheitsversorgung als öffentliches Gut spielt.

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