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März 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Starkes Wachstum bei grünen Anleihen

Warum grüne Anleihen für Anleger interessant sind

Die wichtigsten Punkte

  • Das Wachstum am Markt für grüne Anleihen dürfte sich 2020 fortsetzen, vor allem bei staatlichen Titeln.
  • Nachdem Deutschland die Emission grüner Bundesanleihen plant, dürften andere Länder nachziehen.
  • Wir halten den Zeitpunkt für günstig, um einem Rentenportfolio Green Bonds beizumischen.

In unseren letzten Wochensitzungen zur Anlagepolitik haben wir über die Dynamik und die Trends am Green-Bond-Markt diskutiert, der zunehmend an Popularität gewinnt. Unter anderem haben wir überlegt, wie unsere Portfoliomanager grüne Anleihen unabhängig von den bereits in allen Strategien geltenden ESG-Standards (Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung) in ihre Rentenportfolios aufnehmen können.

Seit der Emission der ersten grünen Anleihe vor etwas mehr als zehn Jahren ist der Markt stetig gewachsen. So wurden allein im letzten Jahr Anleihen in einem Rekordvolumen von 255 Milliarden US-Dollar verkauft, um umweltfreundliche Projekte zu finanzieren. Damit ist das Emissionsvolumen um mehr als 45% gegenüber dem Vorjahr und um mehr als das Dreifache gegenüber 2016 gestiegen. «Dass der Umweltschutz zu den entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit geworden ist, hat am Green-Bond-Markt für schnelles Wachstum gesorgt», so Quentin Fitzsimmons, Portfoliomanager und Mitglied des Investmentteams für globale Anleihen. «Die starke Dynamik des Marktes dürfte sich fortsetzen, da immer mehr Unternehmen und Länder ihre Anstrengungen in Sachen Umweltschutz verstärken.»

Der Markt für grüne Anleihen ist seit 2014 stetig gewachsen

(Abb. 1) Gesamtmarktwert grüner Anleihen
Stand: 31. Dezember 2019

Der Markt für grüne Anleihen ist seit 2014 stetig gewachsen

Quelle: Bloomberg Index Services Limited (siehe «Zusätzliche Angaben»).

Einige Länder wollen in diesem Jahr zum ersten Mal grüne Anleihen emittieren, darunter Italien und Schweden. Vermutlich werden weitere Staaten folgen, falls die fiskal- und haushaltspolitischen Vorgaben zur Finanzierung umweltfreundlicher Projekte gelockert werden. «Viele große Zentralbanken haben ihre Möglichkeiten zur Ankurbelung des Wachstums durch eine geldpolitische Lockerung mittlerweile ausgeschöpft. Daher dürften die Regierungen der Industrieländer voraussichtlich mit fiskalpolitischen Hilfsprogrammen nachziehen – und Green-Bond-Emissionen könnten ein Teil davon sein», glaubt Quentin Fitzsimmons.

Die starke Dynamik des Marktes dürfte sich fortsetzen, da immer mehr Unternehmen und Länder ihre Anstrengungen in Sachen Umweltschutz verstärken.

- Quentin Fitzsimmons, Portfoliomanager

Die Vertrauenswürdigkeit hat sich verbessert, aber es sind weitere Fortschritte erforderlich

Wenn das Emissionsvolumen bei grünen Anleihen steigt, müsste auch die Nachfrage entsprechend zunehmen. Obwohl sich der Markt in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat, sind viele Anleger offenbar noch zurückhaltend. Das liegt zum einen daran, dass es bislang keine weltweit akzeptierten Standards gibt. Zum anderen mangelt es aber auch teilweise an Transparenz, wie die Emissionserlöse verwendet werden und vor allem, wie sie künftig refinanziert oder getilgt werden. «Wenn man das Vertrauen in grüne Anleihen festigen will, muss man den Anlegern genauer darlegen, wie die Emissionserlöse verwendet werden», meint Fitzsimmons.

Zusätzlich gestärkt werden könnte der Markt durch die Pläne der deutschen Regierung, grüne Anleihen mit verschiedenen Laufzeitprofilen zu emittieren.  «Eine Renditekurve für grüne Bundesanleihen, die sämtliche Laufzeiten abdeckt, könnte andere europäische Staaten und Unternehmen veranlassen, ebenfalls auf Euro lautende grüne Anleihen zu begeben», glaubt Quentin Fitzsimmons. 

Allerdings sehen manche Regierungen die Emission von grünen Staatsanleihen auch kritisch. So hat beispielsweise das Debt Management Office, die britische Schuldenverwaltung, offensichtlich Bedenken, dass die Kosten für den Aufbau einer Renditekurve für liquide grüne Staatsanleihen zu hoch wären.

Höhere Liquidität schafft Gelegenheiten für ein Investment in grüne Anleihen 

Obwohl der Markt für grüne Anleihen in den letzten Jahren enorm gewachsen ist, ist er im Vergleich zur Gesamtgröße des Anleihemarktes nach wie vor klein. Ein Faktor, der das weitere Wachstum bislang gehemmt hat, war die mangelnde Liquidität. Allerdings sieht unser Investmentteam Anzeichen dafür, dass diese sich verbessert. «Der Boom bei grünen Anleihen trägt zu einer höheren Liquidität bei, was wiederum Möglichkeiten schafft, dem Portfolio solche Papiere beizumischen», so Fitzsimmons.

Welche Emittenten haben 2019 grüne Anleihen begeben?

(Abb. 2) Aufschlüsselung nach Art des Emittenten und Verteilung auf die fünf größten Emittenten.
Stand: 31. Dezember 2019

Welche Emittenten haben 2019 grüne Anleihen begeben?

Quellen: Schätzungen von Climate Bond Initiative und T. Rowe Price.  Die Nennung oder Beschreibung einzelner Wertpapiere erfolgen ausschließlich zu Informationszwecken und sind nicht als Empfehlung zu verstehen.

Der Boom bei grünen Anleihen trägt zu einer höheren Liquidität bei, was wiederum Möglichkeiten schafft, dem Portfolio solche Papiere beizumischen.

- Quentin Fitzsimmons, Portfoliomanager

Zudem ist die Liquidität am Sekundärmarkt im letzten Jahr dank der Jumbo-Deals aus Frankreich und der Einführung liquider «grüner» Benchmarks in Ländern wie Irland gestiegen. Daher könnte unseres Erachtens jetzt der richtige Zeitpunkt sein, um das Anleiheportfolio durch Green Bonds zu ergänzen. «Wenn eine grüne Anleihe dieselben Bewertungsmerkmale hat wie eine vergleichbare konventionelle Anleihe, stehen die Chancen gut, dass wir in einigen Portfolios den ökologischen Titel bevorzugen», erklärt Quentin Fitzsimmons. 

Mit Blick auf Unternehmensanleihen stellte das Team fest, dass grüne Anleihen bald attraktiver sein könnten als herkömmliche. «Einige Unternehmen sind sehr daran interessiert, ihr Engagement für den Umweltschutz zu verstärken. Damit können sie ihre Einnahmenströme diversifizieren und letztlich bei den Anlegern mit einem besseren ESG-Profil punkten», erläutert der Portfoliomanager.

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