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Juni 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

So investieren wir in der Corona-Krise

Wir sehen derzeit ein breites Spektrum an Anlagechancen. Allerdings kommt es mehr denn je auf eine fundierte Titelauswahl an.

Die wichtigsten Punkte

  •   Die Portfoliomanager von T. Rowe Price sind überzeugt, dass die aktuelle Volatilität an den Finanzmärkten ein breites Spektrum an Anlagechancen eröffnet, jedoch auch einige Risiken birgt.
  • Attraktive Gelegenheiten finden wir beispielsweise in den Sektoren Technologie, Gesundheit und Energie. Zudem scheinen uns einige Segmente des Kreditmarktes und Investments in der Region Asien (ohne Japan) interessant.
  • Auf mittlere Sicht glauben wir, dass die Börsen ausgehend von den niedrigeren Bewertungen in einen neuen Bullenmarkt eintreten werden, sobald sich die globale Konjunktur wieder stabilisiert.

 

Nach wie vor sind die Anleger wegen der anhaltenden Wirtschaftslähmung stark verunsichert, weshalb die Volatilität an den Finanzmärkten erneut steigen könnte.

  Die Anleihen- und Aktienmanager von T. Rowe Price sehen aufgrund der extremen Marktverwerfungen zahlreiche Anlagechancen, aber auch Risiken. In diesem Umfeld kommt es mehr denn je auf fundierte Analysen an, um erstklassige Unternehmen herauszufiltern, die sich durch eine solide Finanzkraft und Wettbewerbsposition sowie eine fähige Geschäftsführung auszeichnen, um die Krise zu überleben oder sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Im Folgenden erläutern unsere Portfoliomanager, welche Investments sie derzeit optimistisch einschätzen.
 

(Abb. 1) Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

(Abb. 1) Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

Stand: 30. April 2020.
Quelle: Cornerstone Macro.


Die Digitalisierung wird durch die Pandemie beschleunigt

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich die Digitalisierung in vielen Branchen enorm beschleunigt. Weltweit bleiben die Menschen zuhause, wo sie arbeiten, online einkaufen und digitale Unterhaltungsangebote nutzen. Unternehmen, die die entsprechende Infrastruktur bereitstellen, profitieren daher von einem beispiellosen Nachfrageschub, sodass sie ihre ohnehin schon dominante Marktstellung weiter festigen.

Offenbar stehen wir in Sachen technologische Innovationen erst am Beginn eines goldenen Zeitalters ....

- Rob Sharps, Head of Investments und Group Chief Investment Officer

Alan Tu, Manager der Global Technology Equity-Strategie, ist überzeugt, dass es im Bereich Digitalisierung vor allem auf die Größe der Unternehmen ankommt. Je mehr Kapital ein Unternehmen in die neuesten Technologien investieren kann, desto größer wird sein Wettbewerbsvorsprung. Genau dies haben die dominanten Technologieriesen konsequent umgesetzt, darunter Facebook, Alphabet (Google), Apple und Amazon.com in den USA sowie Alibaba und Tencent in China.

Zugleich haben auch die führenden Halbleiterhersteller in den letzten zehn Jahren ihre Marktdominanz weiter ausgebaut. Sie profitieren von der wachsenden Nachfrage nach Hochleistungschips für rechenintensive Arbeitsabläufe und von relativ hohen Produktionskosten, die den großen Anbietern einen wesentlichen Vorteil verschaffen.

Durch die zunehmende Beliebtheit von Online-Plattformen haben neben Werbe- und Einzelhandelsunternehmen auch Mediengesellschaften einen enormen Umbruch erlebt. Dabei hat vor allem Netflix den Markt revolutioniert. Das Unternehmen verzeichnete nach Ausbruch der Corona-Pandemie einen enormen Abonnentenzuwachs, da es nach der Stilllegung der Filmproduktionen auf einen riesigen Bestand an bereits gedrehten Filmen zugreifen konnte. 

Alan Tu glaubt, dass die Technologieriesen zwar eine herausragende Rolle bei der Digitalisierung der Wirtschaft spielen. Er sieht aber auch zahlreiche disruptive und innovative kleinere Branchenneulinge auf dem Markt, vor allem in Bereichen, in denen Online-Dienste eine leichtere Kommunikation sowie effizientere Transaktionen ermöglichen. Gerade bei solchen relativ jungen und kleineren Unternehmen, die früher oder später zu potenziellen Übernahmekandidaten werden könnten, sieht der Fondsmanager interessante Anlagechancen.

«Auf der richtigen Seite des Wandels» zu investieren bedeutet, jene Unternehmen aufzuspüren, die einen Beitrag leisten, damit Betriebe aller Größen und Branchen ihre Onlinepräsenz erweitern, ihre Produktivität steigern und ihre Kunden über verschiedene Kanäle binden können. Offenbar stehen wir in Sachen technologische Innovationen erst am Beginn eines goldenen Zeitalters, da die enorme Macht des Internets sowohl für die Unternehmen als auch für die Investoren eine beispiellose Wertschöpfung ermöglicht.
 

Gesundheitsunternehmen: Wie die Pandemie unsere Wahrnehmung verändert

Ziad Bakri, Manager der Health Sciences-Strategie, glaubt, dass eine der langfristigen Folgen der Pandemie darin besteht, dass Innovationen und neuartige Medikamentenplattformen mit einem noch höheren Aufpreis gehandelt werden, als dies ohnehin schon der Fall ist. Dies dürfte die Bewertungsunterschiede zwischen «hoch- und niedrigwertigen» Medikamenten weiter vergrößern.

Die Corona-Pandemie hat uns deutlicher denn je die immense Bedeutung der Medikamentenentwicklung vor Augen geführt. Dadurch verändert sich möglicherweise auch die öffentliche Wahrnehmung der Zusammenhänge zwischen Arzneimittelpreisen und Innovationen. Zugleich dürfte die Überregulierung sinken, was steigende Bewertungen in diesem Sektor erwarten lässt.

Zugleich ist in den USA die Wahrscheinlichkeit einer umwälzenden Reform des Gesundheitssystems gesunken, was zumindest auf mittlere Sicht die privaten Krankenversicherungsanbieter stützen dürfte. Ebenfalls optimistisch schätzen wir zudem Anbieter virtueller Gesundheitsdienste ein, die davon profitieren dürften, dass sich die telemedizinische Patientenversorgung während der Pandemie als praktikabel und kostensparend bewährt hat.

Bakri erklärt, dass sich seine Anlagephilosophie durch die Pandemie nicht verändert hat. Er hält in den Bereichen Therapeutika und Medizinprodukte nach Arzneimitteln und Produkten Ausschau, die den Versorgungsstandard deutlich verbessern und für wichtige Fortschritte in der medizinischen Praxis sorgen können. Das Portfolio ist ausgewogen in Therapeutika (Biotechnologie und Pharmazeutika) und Nicht-Therapeutika (Biowissenschaften, Medizinprodukte und Dienstleistungen) investiert.
 

Energie: Erwartung einer baldigen Rally inmitten eines langfristigen Bärenmarktes 

Shawn Driscoll, Manager der Global Natural Resources-Strategie, sieht beim Rohölpreis und bei Energieaktien das Potenzial für eine starke antizyklische Rally, die 12 bis 24 Monate lang anhalten könnte. Grund dafür sind die zu erwartenden Förderkürzungen aufgrund der niedrigen Energiepreise und eine mögliche Erholung der Ölnachfrage nach einem beispiellosen Einbruch.

Den längerfristigen Ausblick für den Öl- und Energiesektor schätzt er jedoch nach wie vor skeptisch ein. Er glaubt, dass die anhaltenden Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung und bessere Techniken für das Speichermanagement in der US-Schieferölproduktion neben anderen Faktoren dafür sorgen werden, dass Kohlenwasserstoffe immer einfacher und kostengünstiger gefördert werden können.

Bei Explorations- und Produktionsunternehmen (E&Ps) konzentriert sich Discroll weiterhin auf Niedrigkostenproduzenten, die eine gesunde Bilanz und ein umfassendes Portfolio an hochwertigen Bohrstandorten aufweisen. Wenngleich er der Meinung ist, dass viele dominierende Ölkonzerne bilanziell gut aufgestellt sind, geht er heute bei der Auswahl selektiver vor. Insbesondere meidet er Unternehmen, die durch strategische Verschiebungen in eine Identitätskrise rutschen könnten, in deren Folge sich die Geschäftsführungen nicht länger auf das Kerngeschäft konzentrieren und die Renditen sinken könnten.

Shawn findet zudem bei Ölfelddienstleistern einzelne Anlagechancen und glaubt, dass eine potenzielle Pleitewelle in diesem Segment in Verbindung mit einer Abwanderung von Arbeitskräften aus der Branche die überlebenden Produzenten in die Lage versetzen könnte, die Preise erstmals seit langer Zeit wieder zu erhöhen.

Ryan Hedrick, Co-Portfoliomanager der Large Cap Value Equity-Strategien, sieht überzeugende Potenziale bei Aktien einzelner Energiekonzerne, die Pipelines und andere Energieinfrastrukturen besitzen und im Vergleich zu ihren Konkurrenten dauerhaftere Cashflows und attraktivere Dividendenrenditen generieren dürften. Auch die großen integrierten Ölgesellschaften entsprechen in gewissem Maße diesem Profil. Hedrick glaubt, dass die hohen Verluste für Anleger neue Chancen in den zyklischeren Bereichen des Energiesektors geschaffen haben, insbesondere bei E&Ps und bei Ölfelddienstleistern.
 

Wie geht es für Value-Anlagen weiter?

Die jahrzehntelange Underperformance von Substanz- gegenüber Wachstumstiteln ist am US-Aktienmarkt seit dem Ausbruch der Pandemie noch ausgeprägter als vorher. 

Prognose für das globale Gewinnwachstum

(Fig. 2) 1-Jahres-Prognose für das Gewinnwachstum je Aktie (EPS)

Prognose für das globale Gewinnwachstum

Stand: 26. Mai 2020.
Quelle: FactSet. Finanzdaten und Analysen von FactSet. Copyright 2020 FactSet. Alle Rechte vorbehalten. Indizes: USA S&P 500, Europa: MSCI Europe, Japan: MSCI Japan, Schwellenländer: MSCI Emerging Markets.

John Linehan, Chief Investment Officer für Aktien, erklärt, dass das Ziel bei Substanzanlagen wie immer darin besteht, Titel zu finden, die mit einem erheblichen Abschlag auf ihren inneren Wert gehandelt werden. Aktuell sind zahlreiche Branchen günstig bewertet und viele Aktien preiswert zu haben. Die Herausforderung besteht darin, jene Unternehmen zu finden, die die Krise mehr oder weniger schadlos überstehen dürften. Dies setzt eine gründliche Analyse der Bilanzen der Unternehmen, ihrer Liquidität und ihres Zugangs zu den Kreditmärkten voraus.

Die Manager unserer Value-Strategien haben zuletzt Gelegenheiten genutzt, um – mit einem besonderen Fokus auf der Bilanzstärke der Unternehmen – die Qualität im Portfolio anzuheben und punktuell in zyklischere Sektoren zu investieren. Zugleich haben sie ihre Beteiligungen im Immobiliensektor aufgestockt, um von den niedrigeren Bewertungen und der pessimistischen Anlegerstimmung in diesem Bereich zu profitieren. Ebenfalls angehoben haben sie das Engagement in Halbleiterunternehmen, die durch die verstärkte Nutzung des Internet der Dinge gestützt werden dürften.

...Innovationen und neuartige Medikamentenplattformen [dürften] mit einem noch höheren Aufpreis gehandelt werden, als dies ohnehin schon der Fall ist.

- Ziad Bakri, Portfoliomanager, Health Sciences-Strategie

Tom Huber, Manager der US Dividend Growth Equity-Strategie, hat zudem zyklische Aktien von erstklassigen Unternehmen zugekauft, mit einem Schwerpunkt auf innovationsstarken IT- und Industrieunternehmen. Indes hat das Team für die US Large Cap Value Equity-Strategie die Positionierung in den Sektoren Banken, Lebensmittel und Nicht-Basiskonsum verstärkt.

Ryan Hedrick sieht bei Versorgungsdienstleistern zahlreiche Anlagegelegenheiten, da diese von verschiedenen langfristigen Trends profitieren dürften, darunter die Umstellung von Kohle auf Erdgas und erneuerbare Energien bei der Stromerzeugung; ein entsprechendes Mandat zur Modernisierung der Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur; die Notwendigkeit, in ältere Infrastruktur zu investieren, um die Sicherheit zu verbessern und Ausfallzeiten zu reduzieren; und die zunehmende Dringlichkeit, diese kritischen Systeme gegen Waldbrände, Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen zu schützen. 

Obwohl der Versorgungssektor aufgrund der robusten Cashflows und Dividendenrenditen als defensiv eingestuft wird, glauben wir, dass diese Unternehmen aufgrund der potenziell steigenden Gewinne zunehmend attraktive risikobereinigte Wertsteigerungspotenziale aufweisen.
 

Anlagechancen im Raum Asien (ohne Japan)

Die Aktienmanager der Strategien für Asien (ohne Japan) glauben, dass das aktuell schwierige Börsenumfeld Gelegenheiten eröffnet, um Positionen in erstklassigen Unternehmen aufzubauen, die vor der Krise zu stark überhöhten Bewertungen gehandelt wurden.

Eric Moffet, Manager der Asia Opportunities Equity-Strategie sieht die besten Renditepotenziale in Südostasien und Indien, aber auch in China, wo sich der Markt für inländische A-Aktien relativ robust behauptet hat. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf zwei großen Bereichen, die zuletzt unter anderem infolge der Corona-Pandemie neuen Auftrieb erhalten haben: 

Zum einen schätzt er Branchen, in denen ein hoher Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck herrscht, optimistisch ein. Moffet erwartet unter anderem in der Immobilienentwicklung, im Einzelhandel und in bestimmten Industriesparten eine zunehmende Branchenkonsolidierung, wodurch sich attraktive Anlegechancen ergeben sollten. Ein Beispiel ist der Bereich Industrietechnik, wo er zahlreiche solide Unternehmen findet, die sich derzeit noch auf den Binnenmarkt konzentrieren, jedoch früher oder später weltweit führend sein könnten. Solche Betriebe findet er unter anderem an den Märkten für Fabrikautomatisierung, Industriemotore und Bauteile für elektrische Fahrzeuge.

Ein weiteres vielversprechendes Thema sieht er in der Importsubstitution. Viele chinesische Unternehmen haben sich nach dem Ausbruch des Handelskrieges mit den USA auf eine stärkere Unabhängigkeit von amerikanischen Zulieferern ausgerichtet. Dieser Trend hin zur Importsubstitution und damit zu einer größeren Unabhängigkeit von den globalen Lieferketten dürfte sich in diesem Jahr weiter beschleunigen. Obwohl sich viele dieser Unternehmen momentan noch auf den chinesischen Binnenmarkt konzentrieren, haben einige das Potenzial, auf längere Sicht international wettbewerbsfähig zu werden.
 

Anleihen: Stabilisierung nach turbulenten Zeiten

Die Kreditmärkte werden derzeit durch beispiellose fiskal- und geldpolitische Programme im Kampf gegen die Corona-Pandemie gestützt. Nach einer massiven Verkaufswelle erlebte der Markt zuletzt ein hohes Neuemissionsvolumen bei Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen, das problemlos platziert werden konnte. Unsere Fondsmanager haben die Segmente der Anleihenmärkte genau analysiert und erläutern, welche Chancen und Risiken sie sehen. 

Kommunalanleihen:
Die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in Verbindung mit einem atypischen Liquiditätsmangel hat bei Kommunalanleihen im März eine nahezu beispiellose Volatilität ausgelöst. Der Markt steht nach wie vor unter Druck, da die Bundes- und Kommunalregierungen mit sinkenden Steuereinnahmen auf der einen Seite und steigenden Ausgaben auf der anderen Seite kämpfen. Obwohl die Liquidität zuletzt wieder gestiegen ist, ist die Risikobereitschaft der Anleger nach wie vor recht niedrig, sodass wir immer wieder interessante Gelegenheiten finden, um Kommunalanleihen zu historisch attraktiven Preisen in das Portfolio zu nehmen.

Hugh McGuirk, Portfoliomanager und Leiter des Teams für Kommunalanleihen, erläutert, dass er sich auf Titel konzentriert, deren Kurs nicht den inneren Wert widerspiegelt und deren Emittenten bilanziell solide aufgestellt sind. Da Kommunalanleihen höhere Renditen erwirtschaften als steuerbare Wertpapiere, bieten sie auf längere Sicht solide Ertragspotenziale.

Wir gehen davon aus, dass sich an der hohen Qualität der Assetklasse nichts ändern wird. Dennoch besteht das größte Risiko möglicherweise darin, dass sich die Fundamentaldaten der meisten Emittenten verschlechtern, da die Finanzen vieler Kommunen durch die Pandemie beträchtlich belastet werden. Unseres Erachtens sind unsere Analysten für Kommunalanleihen in der Lage, dieses Risiko für die einzelnen Emittenten einzuschätzen, sodass unsere Portfoliomanager solche Anleihen auswählen können, die solide Fundamentaldaten aufweisen.

Verbriefte Kreditinstrumente:
Verbriefte Kreditinstrumente wie Asset Backed Securities (ABS), Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS) und Non-Agency Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) haben sich zuletzt weniger stark erholt als andere Segmente des Rentenmarktes, was unter anderem der geringen Liquidität und der Tatsache zuzuschreiben ist, dass die entsprechenden Primärmärkte relativ lange zum Erliegen kamen.

Wir erwarten jedoch einen Anstieg der Liquidität und eine potenzielle Outperformance einiger Segmente im Bereich verbriefte Kreditpapiere, sobald die Wirtschaft wieder geöffnet wird. Unser Team aus erfahrenen Kreditanalysten ist darauf ausgerichtet, fehlbewertete Anleihen mit gesunden Fundamentaldaten ausfindig zu machen.

Christopher Brown, leitender Portfoliomanager der Total-Return-Strategie, erläutert, dass wir uns im Bereich RMBS auf bestimmte Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken (credit risk transfer, CRT) konzentriert haben, die ein relativ niedriges Rating aufweisen. Dabei handelt es sich um von Fannie Mae und Freddie Mac emittierte Titel, die ähnliche Merkmale wie MBS aufweisen, bei denen jedoch die Kreditrisiken von privaten Investoren getragen werden. CMBS zählen am Markt für verbriefte Kreditinstrumente zu den Segmenten, die von der Verkaufswelle am stärksten erfasst wurden, da sie stark in den Sektoren Einzelhandel und Beherbergung vertreten sind, in denen Neuemissionen weitgehend auf Eis gelegt wurden. Bei unseren Investments in CMBS bevorzugen wir Titel, die erstklassige Vermögenswerte und zusätzliche Sicherheiten aufweisen. 

Im Bereich ABS halten wir ausgewählte Whole Business Securitizations (WBS) von erstrangigen Emittenten (z. B. bekannte Schnellrestaurantketten) für attraktiv. Die Sicherheiten, mit denen WBS hinterlegt sind, stellen allgemein eine erstrangige Beteiligung an den primären ertragsgenerierenden Vermögenswerten (oftmals Franchise- und Lizenzgebühren) eines Unternehmens dar. Dabei favorisieren wir Marken, die seit mehr als 40 Jahren erfolgreich betrieben werden, bereits verschiedene Konjunkturzyklen durchlaufen haben und von wesentlichen Veränderungen im Konsumverhalten profitieren.

Hochzinsanleihen:
: Obwohl sich einige zyklische Sektoren wieder etwas erholt haben, sieht unser Investmentteam nach wie vor Risiken. Es rechnet zudem mit einer weiterhin hohen Volatilität, mit anhaltenden Liquiditätsproblemen, mit zunehmenden Rating-Herabstufungen und mit steigenden Ausfallquoten, die im Mai auf ein Zehnjahreshoch von 4,85% gestiegen sind.1

Im umkämpften Energiesektor sieht Rodney Rayburn, Portfoliomanager der Credit Opportunities und High Yield Bond-Strategie, attraktive Gelegenheiten bei größeren E&Ps, die relativ gering verschuldet sind, sowie bei höherwertigen Midstream-Akteuren, die sich durch relativ stabile Cashflows und einen breit aufgestellten, gut positionierten Kundenstamm auszeichnen.

…Auf mittlere Sicht sind wir optimistisch, dass die Börsen [...] in einen neuen Bullenmarkt eintreten werden ….

- Rob Sharps, Head of Investments und Group Chief Investment Officer

Rayburn glaubt, dass sich im Energiesektor interessante Anlagechancen eröffnen könnten, wenn Investment-Grade-Emittenten in das High-Yield-Segment herabgestuft werden. Solche «gefallenen Engel» geraten häufig unter Druck, wenn sie von Strategien, die nur Investment-Grade-Titel halten dürfen, zwangsverkauft werden.

Wir stützen uns nach wie vor auf unsere internen Fundamentalanalysen, um uns vor Ausfällen und Bonitätsproblemen zu schützen. Dabei konzentrieren wir uns auf Emittenten mit soliden Cashflows und flexiblen Barmittelbeständen, die in naher Zukunft nur geringe Rückzahlungsverpflichtungen aus Anleihen haben.
 

Schwellenländeranleihen

Die Manager unserer Strategien für Schwellenländeranleihen glauben, dass die Anleger früher oder später erkennen werden, dass die Regierungen der Schwellenmärkte und der Internationale Währungsfonds in der Lage sind, an den Anleihemärkten dieser Länder für stabile Fundamentaldaten und Bewertungen zu sorgen.

Zudem glauben sie, dass die Anleger eine allgemein angespannte Situation am Kreditmarkt einpreisen, obwohl sich viele Emittenten in den kommenden Monaten erholen dürften – obwohl die Zahl der Ausfälle und die Volatilität voraussichtlich steigen werden.
 

Investieren in Krisenzeiten 

Nach wie vor ist unklar, wie sich die Pandemie weiterentwickelt und wie lange die akute Störung der Wirtschaft noch dauert. Möglicherweise ist der Weg hin zu einem «normalen» Konjunkturumfeld länger, als es viele erwarten.

Unseres Erachtens steht die globale Wirtschaft vor einer schweren Rezession. Daher dürften die Unternehmen in diesem Jahr niedrigere Gewinne erwirtschaften, die zudem schwerer kalkulierbar sind.   Unsere intensiven Analysen einzelner Aktien und der Börsen insgesamt lassen darauf schließen, dass sich die Unternehmensgewinne frühestens im Jahr 2021 wieder mehr oder weniger normalisieren. Wie hoch diese dann ausfallen und wie schnell sich die Renditepotenziale von Aktien wieder auf dem üblichen Niveau einpendeln, wird für eine Börsenerholung den Ausschlag geben.

Auf mittlere Sicht glauben wir, dass die Börsen ausgehend von den niedrigeren Bewertungen in einen neuen Bullenmarkt eintreten werden, sobald sich die globale Konjunktur wieder stabilisiert und normalisiert.

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