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Juli 2020 / VIDEO

Konsumboom im Osten – was sind die Treiber?

Positiver Rückenwind verändert die Schwellenländer für immer.

Konsumboom im Osten – was sind die Treiber?

Eine der dramatischsten ökonomischen Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte war die rapide Integration der asiatischen Schwellenmärkte in die globalen Waren-, Kapital- und Innovationsströme. Die Bedeutung des Konsums als Wachstumsmotor ist in diesen Volkswirtschaften stark gestiegen – mittlerweile sind Schwellenländer in Asien nicht mehr nur passive Teilnehmer, sondern eigenständige Akteure im internationalen Wirtschaftsgeschehen, mit aktivem Einfluss auf die Richtung der genannten Ströme.

In nur wenigen Ländern der Erde wachsen die Konsumausgaben so schnell wie in Indien.  Urbanisierungsprozesse und der rasante Anstieg der Internetnutzung beflügeln das Wirtschaftswachstum in dem Land und ermöglichen den Ausbau von Bildung und öffentlicher Gesundheitsversorgung in vormals verarmten ländlichen Gebieten. Die indische Mittelschicht wird immer größer. Laut Zahlen des Weltwirtschaftsforums werden 2030 fast 80% der indischen Haushalte in die Kategorie „mittleres Einkommen“ fallen – heute sind es 50%.

Darin spiegelt sich ein Trend wider, der auf dem gesamten Kontinent zu beobachten ist. Aktuelle Vorhersagen gehen davon aus, dass schon bald 3 Milliarden Menschen in Asien zur Mittelschicht zählen werden. Allein in Südostasien werden bis 2030 voraussichtlich 163 Millionen Haushalte der Konsumentenklasse angehören. In Staaten wie Indonesien kommen zig Millionen neue Verbraucher hinzu, die bereit und in der Lage sind mehr Geld auszugeben.

Mit der Zunahme der Konsumfreudigkeit in allen Teilen Asiens geht jedoch ein Wandel einher. Während frühere Generationen oft eine starke Vorliebe für ausländische Luxusgüter und Marken zeigten, beginnt eine neue Generation von immer anspruchsvolleren Verbrauchern inländischen Produkten den Vorzug vor vergleichbaren Erzeugnissen aus dem Westen zu geben.

Dies ist nirgendwo so deutlich zu erkennen wie in China, wie Daten von McKinsey belegen. Zwischen 2007 und 2017 steigerte China seine Produktion arbeitsintensiver Güter fast auf das Dreifache – von 3,1 auf 8,8 Billionen USD. Exportiert wurden davon 2017 allerdings nur 8,3%, verglichen mit 15,5% ein Jahrzehnt davor. Man sieht daran, dass mehr Güter im Inland als nach Übersee verkauft werden.

Richard Philbin, Vermögensverwalter bei Wellian Investment Solutions, berichtet von einer Geschäftsreise nach Shanghai im Jahre 2016, auf der ihm dieser Trend bewusst wurde. „Ich besuchte ein Unternehmen namens Shanghai Motor, und dessen Chef erzählte mir, in einem der Werke würden jedes Jahr 500.000 Fahrzeuge produziert“, erinnert er sich. „Eine beachtliche Menge also. Ich fragte, wie viele davon in den Export gingen, und die Antwort lautete: ‚Gar keine. Wir exportieren nicht einmal in andere Teile Chinas. Alles wird hier in Shanghai verkauft.‘“

Bis zum Jahr 2040 dürfte der Anteil der asiatischen Länder am weltweiten Konsum auf 40% steigen. Am Ende dieses Jahrzehnts wird der Anteil der chinesischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter am globalen städtischen Konsum laut Vorhersagen etwa 12% betragen.

Schon jetzt kaufen immer mehr Haushalte in China Produkte, wie man sie vor allem aus der westlichen Welt kennt, also insbesondere Autos, elektronische Geräte und Kosmetika, aber auch Krankenversicherungen. Immer mehr Geld wird überdies für Ernährung, Urlaub und Unterhaltung ausgegeben. Ein großes Thema ist auch der Wechsel zu höherwertigen Marken – die chinesischen Verbraucher sind anspruchsvoll und fragen zunehmend nach qualitativ hochwertigeren Produkten.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Anleger ein immer größeres Interesse an den Chancen zeigen, die in diesem Teil der Welt winken.

„Rapide Produktivitätssteigerungen, wachsender Wohlstand und eine robuste Binnennachfrage haben alle zum chinesischen ‚Wirtschaftswunder‘ beigetragen, und es besteht noch erhebliches Potenzial für relative Wohlstandsgewinne“, erklärt Chris Kushlis, Emerging Markets Sovereign Analyst bei T. Rowe Price. „Zur Veranschaulichung: Würde Chinas relativer Wohlstand ein Niveau wie in den USA erreichen, müsste die chinesische Wirtschaft dazu auf eine Größe anwachsen, die in etwa dem Vier- bis Fünffachen der amerikanischen Wirtschaft entspräche. Die fundamentalen Rahmenbedingungen für Chinas Aktien- und Kreditmärkte sind einfach verlockend.“

Zudem sorgt eine zunehmende Regulierung, die in der Vergangenheit gefehlt hat, für ein wachsendes Vertrauen der Anleger in diese Länder.

„In den letzten Jahren führten Schuldenabbau und eine schärfere Regulierung zu neuer Disziplin, und Unternehmen von minderer Qualität wurden aus dem Markt gedrängt – das alles stimmt hoffnungsvoll für die längerfristige Stabilität und das Wachstum der Anlageklasse“, sagt Sheldon Chan, Emerging Markets Credit Analyst bei T. Rowe Price. 

Bei so positiven Bedingungen für die Schwellenländer erwarten wir kein baldiges Ende des Konsumbooms.

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