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Dezember 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Fünf Faktoren könnten EM-Lokalwährungsanleihen beflügeln

Die Assetklasse erwirtschaftet attraktive Renditen und könnte von steigenden Währungen profitieren.

Die wichtigsten Punkte

  • Die Währungen der Schwellenländer (EM) könnten, ausgehend von derzeit günstigen Notierungen, durch eine Wende im Dollarzyklus Auftrieb erhalten.
  • Industrieländeranleihen werfen seit einiger Zeit extrem niedrige oder negative Renditen ab, während EM-Lokalwährungsanleihen interessante Erträge erwirtschaften.
  • Die Assetklasse zeichnet sich zudem durch eine kürzere Duration aus und könnte von steigenden Kapitalzuflüssen profitieren.


Anleger haben es nach wie vor schwer, Renditequellen aufzutun. Einen potenziellen Ausweg bieten EM-Lokalwährungsanleihen, von denen viele so hohe Renditen abwerfen wie kein anderes Festzinspapier. Zudem könnten zahlreiche EM-Währungen, ausgehend von derzeit günstigen Notierungen, durch eine Wende im Dollarzyklus Auftrieb erhalten. Wir zeigen fünf Faktoren auf, die unserer Meinung nach für diese Assetklasse sprechen, die von vielen Anlegern unterschätzt wird.

Warum wir bei EM-Lokalwährungsanleihen eine potenzielle Trendwende sehen

Warum wir bei EM-Lokalwährungsanleihen eine potenzielle Trendwende sehen

Günstige EM Währungen

Nach einer mehrjährigen Aufwertung des US-Dollar sind Schwellenmarktwährungen heute unserer Meinung nach attraktiv bewertet. Unser internes Researchmodell lässt darauf schließen, dass EM-Währungen potenziell bis zu 18% unterbewertet sind (Stand: Ende September, siehe Grafik). Das ist eine ganze Menge, weshalb auf mittlere Sicht erheblicher Spielraum dafür bestehen dürfte, dass sie gegenüber dem US-Dollar wieder aufholen. Voraussetzung dafür wäre ein Katalysator, der den Dollar schwächt – und wir glauben, dass dieser bereits da ist.

Dollarschwäche als potenzieller Treiber einer Trendwende

Der US-Dollar befindet sich unserer Ansicht nach an einem entscheidenden Wendepunkt. Verschiedene Indikatoren deuten auf eine bevorstehende Abwertung des Greenback hin, darunter die ultralockere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank (Fed), die erheblichen binnen- und außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte sowie die Erwartung, dass sich die US-Wirtschaft lediglich langsam und ungleichmäßig erholen wird. Von einem schwachen Dollar dürften wiederum die Währungen der Schwellenländer profitieren, die unseren Analysen zufolge derzeit weit unter ihrem geschätzten fairen Wert notieren.

Eine Währungsaufwertung würde EM-Lokalwährungsanleihen stützen, da sich deren Rendite aus drei Komponenten zusammensetzt: der Zins-, der Kurs- und der Devisenrendite, wobei Letztere bei steigenden EM-Währungen zulegen würde. Mit höheren Renditepotenzialen sind wiederum steigende Kapitalzuflüsse zu erwarten, was die Assetklasse zusätzlich beflügeln könnte.

Renditequelle mit Seltenheitswert

Vor dem aktuellen Hintergrund, dass Anleihen der Industrieländer im Volumen von mehr als 16 Billionen US-Dollar1 negative Renditen abwerfen, stellen EM-Lokalwährungsanleihen für Festzinsanleger eine selten gewordene Renditequelle dar: Ende Oktober betrugen die durchschnittlichen nominalen und realenRenditen für Staatsanleihen der Industrieländer3 inflationsbereinigt 0,9% bzw. –1,4%, gegenüber 4,5% bzw. 0,6% bei entsprechenden Papieren der Schwellenländer4.

Attraktiv bewertete EM-Währungen

EM-Währungen scheinen gegenüber dem US-Dollar unterbewertet

Attraktiv bewertete EM-Währungen

Stand: 30. September 2020.
Das „Dynamic Equilibrium Exchange Rate“-Modell von T. Rowe Price schätzt den Gleichgewichtswert einer Währung, basierend auf relativen Terms of Trade und Produktivitätsunterschieden als unabhängige Variablen.
*Fehlbewertung USD: Durchschnittliche potenzielle USD-Fehlbewertung basierend auf unserem Modell zur Berechnung der effektiven Wechselkurse.
Fehlbewertung EM-Währungen: Durchschnittliche potenzielle Fehlbewertung von EM-Währungen unter Verwendung unseres Modells zur Berechnung der effektiven Wechselkurse auf der Grundlage ihres Marktgewichts im J.P. Morgan GBI-EM Global Diversified Index (ohne Argentinien), siehe „Zusätzliche Angaben“.
Bei einem Wert unter Null signalisiert das Modell eine Unterbewertung. Bei einem Wert über Null signalisiert das Modell eine Überbewertung.
Dieses Dokument dient nicht dazu, zukünftige Ereignisse zu prognostizieren oder vorherzusagen.  Die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse können erheblich abweichen.  Wenn sich die Annahmen ändern, können sich die Renditen ändern.
Quellen: BIS/Haver Analytics, Analysen von T. Rowe Price.

An diesen Relationen dürfte sich auf absehbare Zeit kaum etwas ändern, da die wichtigen Zentralbanken ihre expansive Geldpolitik aller Voraussicht nach noch eine ganze Weile fortführen werden. Die Renditevorteile von EM-Anleihen dürften daher zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Attraktives Durationsprofil

Dass EM-Lokalwährungsanleihen höhere Renditen abwerfen, ist zwar ein wichtiger, aber längst nicht der einzige Trumpf dieser Assetklasse, die auch den Vorteil hat, dass ihre Duration kürzer ist als bei länger laufenden Industrieländeranleihen. Denn mit einer höheren Duration steigt üblicherweise auch die potenzielle Volatilität und Zinssensitivität. So betrug Ende Oktober die durchschnittliche Duration von EM-Lokalwährungsanleihen5 5,3 Jahre, gegenüber 7,1 Jahren bei US-Treasuries6 und 8,6 Jahren bei deutschen Bundesanleihen.7

Weiterer Spielraum, um Anlegerkapital aufzunehmen

EM-Lokalwährungsanleihen haben im März einen massiven Ausverkauf erlebt, von dem sie sich – im Gegensatz zu EM-Hartwährungsanleihen – bis heute nicht vollständig erholt haben. Es besteht daher nach wie vor großer Spielraum, um Kapitalzuflüsse aufzunehmen, zumal die Anleger in der Assetklasse schon seit einigen Jahren relativ schwach investiert sind, sodass das Segment noch weit von potenziellen Preisblasen entfernt ist.

Vor dem Hintergrund der erläuterten fünf Faktoren halten wir EM-Lokalwährungsanleihen für äußerst vielversprechend. Die Assetklasse hat weitaus mehr als attraktive Renditen zu bieten, insbesondere eine kürzere Duration und das Potential, von steigenden Währungen zu profitieren. Für Anleger kommt es jedoch darauf an, langfristig zu investieren, da EM-Lokalwährungsanleihen wie die meisten Risikoassets empfindlich auf eine steigende Risikoaversion reagieren. Nachdem die Risiken in Verbindung mit der US-Wahl vom Tisch und Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung erkennbar sind, scheint das Umfeld jedoch wieder etwas stabiler.

 

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